Interview mit Frank Braunert-Saak

Interview mit Frank Braunert-Saak

Interview mit Frank Braunert-Saak

TOP: Hallo Frank Braunert-Saak! Herzlichen Dank, dass du uns für ein paar Fragen zur Verfügung stehst!

Frank: Liebe Leser, ich freue mich über das Interesse.

TOP: Was ist Unternehmenstheater?

Frank: Es gibt sehr unterschiedliche Definitionen von „Unternehmenstheater“. Gemeinsam haben aber alle Definitionen, dass Theater im Unternehmen in der Lage ist, als Managementwerkzeug zu dienen, indem es Prozesse transparent macht, die gewöhnlich schwer erklärbar zu sein scheinen, dass es Kommunikation und Führung ebenso in der Lage ist zu kommunizieren, wie Probleme darstellbar zu machen. Das kann in Form des Improtheaters geschehen, aber auch, gerade bei der Analyse von internen Problemen, mit Hilfe des Forumtheaters.

Es ist ein geeignetes Mittel zur Schaffung von Teams, zur Impulsgebung bei der Entwicklung von Konfliktlösungen oder auch für die Transparenz von Strukturen, also Interessengruppenbildungen, im Unternehmen. Das erreicht das Theater durch seine ganz spezielle Fähigkeit, unter kompetenter Anleitung unsichtbares sichtbar zu machen.

Auch Auftritt und Wirkung sind Bestandteile dieses Angebotes. So betrachte ich auch Körpersprache, Gestik und Mimik als Teil des Unternehmenstheaters, das mit Hilfe theatraler Mittel zu besser gehaltenen Vorträgen oder zum allgemeinen Auftritt führen kann.

TOP: Was ist das Besondere daran? Worin besteht für dich der Reiz deiner Arbeit?

Frank: Das Anleiten von Menschen gehört zu den Dingen, die mir viel Spaß machen. Dabei Ziele zu verfolgen, die Lösungen produzieren und Nutzen schaffen, ist eine ungeheuer befriedigende Aufgabe.

Zudem kann ich das tun, indem ich nicht einfach referiere, sondern das Gesagte durch meine große Leidenschaft, das Theater, spürbar und damit nachvollziehbar mache. Dabei spielt es keine Rolle, ob ich ein großes Unternehmen bediene oder mit Schülern, zum Beispiel im Rahmen des Joblabors, für das ich regelmäßig beauftragt werde, dafür trainiere, eine optimale persönliche Bewerbung abzuliefern.

TOP: Wer gehört zu deinem Team?

Frank: Zur Zeit arbeite ich allein, kann aber jederzeit auf ein Impro-Ensemble zurückgreifen. Zusammen mit einem Sozialpsychologen entwerfe ich im Moment ein transparentes Konzept, das sich mit systemischem Denken befasst. Dieser Sozialpsychologe hat den Schwerpunkt Gruppenverhalten und wird in Kürze fester Bestandteil des Angebotes werden.

TOP: Wer ist eure Zielgruppe?

Frank: Die Zielgruppe sind Unternehmen, die sich nicht nur als innovativ bezeichnen, sondern auch bereit sind, neue und ungewohnte Wege zu gehen.

TOP: Wie entstand die Idee Unternehmenstheater zu machen?

Frank: Nach fünfzehn Jahren, die ich als Bezirksleiter im Außendienst eines Führenden Unternehmens seiner Branche gearbeitet habe, erschlossen sich mir deutliche Parallelen zur Theaterarbeit. Ich sah die Möglichkeit, ja, die Notwendigkeit, mit neuen Mitteln bestehende Probleme anzugehen, die noch immer hauptsächlich durch traditionelle Coaches auf die immer selbe Art und Weise bearbeitet werden, Diese Formen waren mir in meiner Außendienst-Praxis aber immer zu allgemein und berücksichtigten niemals die individuellen Stärken der Teilnehmer. Theater ist dazu aber in der Lage, das führte dazu, dass ich ein entsprechendes Angebot entwickelt habe.



TOP: Was war ein besonderer, intensiver Moment in der Arbeit mit Unternehmen?

Frank: Jede Arbeit mit Unternehmen oder Schülern hat eigene, ganz besondere Momente, so dass es mir schwer fällt, etwas hervor zu heben.
Doch, etwas ist mir in Erinnerung geblieben von einer Veranstaltung. Ein positives Feedback eines Teilnehmer, das ziemlich skurrill war.

Die Ausgangsbasis war, dass der Auftraggeber das Problem hatte, sechs eigentlich gleichberechtige Abteilungen mit eigentlich gleichberechtigten Leitern zu haben. Diese fühlten sich aber überhaupt nicht gleichberechtigt, sondern einer wichtiger als der andere. Ich bekam also den Auftrag, einen Teambuilding-Workshop zu gestalten.

Meine Bedingung nach der Vorbesprechung war, dass sowohl der Auftraggeber selber als auch seine Sekretärin teilnehmen sollten. Gesagt, getan.

Nachdem Oberboss und Sekretärin Prinzessin und Frosch, natürlich im Rahmen einer umgekehrten Status-Impro gespielt hatten, war das Eis endgültig gebrochen und alle spielten fröhlich die kuriosesten Gegensatz-Paare.

Das benannte Feedback war: „Das ich das kann, das wusste ich ja vorher, aber dass meine Kollegen das auch so gut machen, hat mich echt überrascht.“

Vom Auftraggeber wurde dieses Statement als Tageserfolg verbucht, weil gegenseitige Wertschätzung ihm völlig neu war.


TOP: Gab es auch mal eine totale Pleite?

Frank: Ahem. Ja. Die gab es natürlich. Ich fürchte diese war auf meine ungenügende Vorbereitung zurückzuführen. Ich hoffe, diese Antwort reicht aus.

TOP: Was sind kommende Projekte? Empfehlungen?

Frank: Das kommende Projekt wird, wie schon erwähnt, ein Konzept zum systemischen Denken sein. Dieses zielt darauf ab, Führungskräfte dadurch erfolgreicher zu machen, dass sie die Systeme - Interessengruppen - in ihrem Unternehmen erkennen und bei Veränderungen zufrieden stellen können. Mehr wird nicht verraten.

TOP: Herzlichen Dank, alles Liebe und viel Erfolg!!


Mehr Infos über Frank Braunert-Saak: http://www.unternehmenstheater-hannover.de/

verfasst von Julika Tulipa am 11. Feb. 2014