Die Kunst Theater zu unterrichten - Teil 2 - In die Startlöcher

Die Kunst Theater zu unterrichten - Teil 2 - In die Startlöcher

Die Kunst Theater zu unterrichten - Teil 2 - In die Startlöcher

Das laufende Schuljahr 2013/14 geht zu Ende. Inzwischen haben alle Teilnehmer an meiner Studie ihr „Kursbuch Theater machen. Mittelstufe“ erhalten und sich vermutlich erste Gedanken gemacht, wie sie mit dem Kursbuch im kommenden Schuljahr 2014/15 arbeiten, ob sie einen Klassensatz anschaffen wollen und woher sie die Mittel dafür bekommen.

Aufgrund der Heterogenität der Schulformen und Lerngruppen fallen diese Überlegungen recht unterschiedlich aus.

Die Einen sagen sich: „Prima, da ist mein Unterricht ja für das ganze Schuljahr schon vorbereitet. Und Klassenarbeiten bzw. Prüfungsaufgaben bekomme ich auch noch zugeschickt."

Andere werden sich vielleicht die Frage stellen, ob dieses anspruchsvolle theatrale Lernkonzept überhaupt das Richtige für ihre Lerngruppe ist; mit vielen Ausländern und den bekannten Sprachproblemen und was da sonst noch einen „ordentlichen“ Unterrichtsablauf erschwert. Und dann sollen auch noch Bildungsstandards erreicht werden.

Dritte werden vielleicht stöhnen und Zweifel daran haben, ob sie überhaupt alle Module schaffen.

Und dann gibt es da noch die Nachzügler, die erst vor kurzem noch erfahren haben, dass ich dieses Forschungsprojekt gestartet habe, und darum bitten, noch in das Projekt aufgenommen zu werden. Na klar, werden sie natürlich.

Je mehr Teilnehmer ihre Erfahrungen einbringen, um so besser und um so sicherer können Schlussfolgerungen daraus gezogen werden und begründete Forderungen an die Bildungspolitik formuliert werden.

Die Bekanntgabe einiger Theaterlehrer in ihren Schulen, dass sie an einem bundesweiten Forschungsprojekt zu Theaterunterricht bzw. Darstellendem Spiel teilnehmen werden, führte zu einigen erstaunlichen ja geradezu entgegengesetzten Reaktionen bei Schulleitungen. An manchen Schulen wurde das als regelrechte Auszeichnung empfunden und sofort in der ganzen Schulgemeinde kommuniziert. Aber auch einige Schulleiter versuchten zunächst die Teilnahme am Forschungsprojekt zu behindern bzw. zu blockieren. Man wolle da nicht so ins Rampenlicht und wer wüsste schon, was hinterher mit den Daten gemacht würde. Zum Glück konnten die Kollegen diese Bedenken in allen Fällen zerstreuen und die Teilnahme an dieser angewandten Theaterforschung sicherstellen. -

Leider ist der Erscheinungstermin für den „Baukasten der theatralen Möglichkeiten. Rollen und Figuren.“ auf den August 2014 verschoben worden, sodass sich nicht alle Kollegen schon vor Beginn des neuen Schuljahres damit vertraut machen können, um zu entscheiden, ob und wie sie ihn einsetzen wollen. Denn gerade die spielerische Methode, die das Baukastenprinzip anbietet, könnte einen guten Start in ein theatrales Schuljahresprojekt anregen und Schülern leichte Einstiegsmöglichkeiten anbieten, sich mit theatralen Methoden und dem Unterrichtsfach Darstellendes Spiel bekannt zu machen.

Wenn der Baukasten auf dem Markt ist, werde ich auf meiner neuen Website > www.angewandte-theaterforschung.de darüber berichten und das Konzept ein wenig erläutern.

Quellen

www.angewandte-theaterforschung.de

verfasst von Volker List am 08. Sep. 2014