Unternehmenstheater ist echt mein Ding

Unternehmenstheater ist echt mein Ding

Unternehmenstheater ist echt mein Ding

Unternehmenstheater ist genau mein Ding

Ich hatte schon immer Bock auf Theater. ABER ich hab auch Bock auf Geldverdienen. Nur weil Theater Spaß macht, am Existenzminimum herum zu vegetieren, kommt für mich einfach nicht in die Tüte. Ist mit Kind auch nicht vereinbar. Somit ist Unternehmenstheater an sich eine super Kombi. Ich bewerbe mich also und werde auch direkt als freie Mitarbeiterin angestellt. Als kleine Bafög-erhaltende Studentin freut man sich ja mal tierisch über einen solchen Tagessatz! Da kann man sich direkt ausmalen, wie es ist, Geld zu haben. Jetzt nicht in Übermaß, aber eben doch relativ viel.

Die Arbeit macht Spaß! Wenn man der Typ dafür ist, mit Anzugträgern über ihr „Büro-Theater“ zu sprechen, oder mit Heizungsbauern über ihren Alltag mit den Kunden, oder vielleicht auch mit Untertage-Jungs über die Schließung ihres Werkes. Und ich bin das definitiv.

Unter der Dusche

Nun war es aber so: ein Kunde wollte ein Theaterstück zeigen. Nicht die Mitarbeiter sollten spielen, sondern wir. Prima, dachte ich, dann kann ich auch mal wieder richtig ran. Es gab viele verschiedene Szenen und für mich auch unterschiedliche Rollen. Eine davon befand sich unter der Dusche mit sehr anzüglichem Text! Hm... vielleicht bin ich da zu zimperlich. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass ich das einer Hundertschaft an Monteuren vorspiele und danach noch theaterpädagogisch mit ihnen arbeite. Vielleicht wenn ich danach nicht mehr daran hätte arbeiten sollen, dann wäre es unter Umständen möglich gewesen. Für mich war das eine wirklich ernsthafte Situation.

Ich gehe also zum Chef und schildere mein Problem, ... dass ich mich nicht in eine Rolle manövrieren möchte, mit der ich (bzw. die Monteure) danach Schwierigkeiten haben könnten. Chef sieht das ganz anders. Worte wie „verklemmt“ und „kindisch“ fallen. Ob ich jemanden weiß, der einspringen kann?

NEIN!!! Wir trennten uns an diesem Tag und haben nie wieder zusammen gearbeitet. Bis zu einem gewissen Grad kann man sich verkaufen. Meine Grenze war nun mal erreicht. Und ich bin stolz auf meine Entscheidung und würde es sicher wieder so tun. Schade um die Kohle; ein neuer Schneeanzug fürs Kind wär drin gewesen, so gibt’s einen vom Second-Hand-Laden.

verfasst von Anonymer Autor am 08. Feb. 2014