Hildesheim - Bericht Nr. Drei

Hildesheim - Bericht Nr. Drei

Hildesheim - Bericht Nr. Drei

Das Sommersemester 2014. Mein zweites Semester. Ein Projektsemester. Heißt so viel wie: Dieses Semester arbeiten alle Studierenden der Fachschaft 2 von Mittwoch bis Freitag an einem Projekt von vielen. Das Oberthema des Projektsemesters ist Verschwendung. Alle Projekte sollten etwas mit Verschwendung zu tun haben. Mein Projekt heißt Provinz LOVE - Verschwende dein Herz. Und so verschwende ich also von Mittwoch bis Freitag, oder die restliche Zeit, die man dafür noch zusätzlich benötigt, mein Herz. Klingt erstmal abstrakt.

Genau gesehen habe ich dieses Semester damit verbracht, in Hildesheim verschiedene wunderschöne, romantische, skurrile, historische Orte mit dem Fahrrad abzuradeln; Leute nach Hildesheim & der Liebe zu interviewen und das Audiomaterial zu bearbeiten; mich theoretisch mit dem Format Serie auseinandergesetzt und ganz praktisch ferngesehen; und zuletzt, Zeit an einem Stammtisch des Projekts mit Groschenromanen und Flirting-Coach-Tipps verschwendet. Gerade arbeite ich in einer Kleingruppe an einer Pilotfolge für die Bühne.

Ansonsten gestaltet sich dieses Semester als relativ zeitaufwendig hinsichtlich des Projekts, aber auch aufgrund der anderen Veranstaltungen, die ich noch besuche. Darunter Theatergeragogik -Theater mit Senioren, Harmonielehre Teil 2, Grundbegriffe des Theaters und Grundlagen Lichttechnik. Letzteres gestaltet sich als sehr interessant und praktisch. Wir lernen Scheinwerfer und deren Verbindungen mit dem Lichtpult kennen und setzen uns mit deren Einsatzmöglichkeiten auf der Bühne auseinander.

"Außerhalb" der Uni ist noch das Festival Prosanova zu nennen, das über das verlängerte Wochenende vom 29.5.-01.5 stattfand. Ein Festival für junge Literatur, dass von einigen Kuwis zwei Semester konzipiert und organisiert wurde. Außerdem war der Theaterpädagogische Austausch mit der Hochschule Lingen und Ottersberg eine sehr schöne Erfahrung. Nach Lingen zu fahren und jeweils an einem Workshop der Studierenden der anderen Hochschulen teilzunehmen und deren Methoden etwas näher kennenzulernen, aber auch die Hildesheimer Arbeitsweise zu zeigen und sich darüber auszutauschen, war sehr lehrreich und Horizont erweiternd.

Alles in Allem ist dieses Semester anders als das zuvor, aufgrund der Projekte. Hildesheim bekommt für mich aber so langsam Konturen und die Findungsphase: "Was ist eigentlich Kulturwissenschaften u. ästhetische Praxis in Hildesheim" nähert sich einem kleinen Licht. Vermutlich dauert die komplette Erleuchtung noch bis zum Ende meines Studiums, weil es einfach wahnsinnig viele unterschiedliche Angebote und Richtungen gibt, die man verfolgen könnte und es an einem selber liegt, welche Schwerpunkte man sich setzen will. Zum Glück hab ich da noch ein paar Semester vor mir.

So long,Lea

verfasst von Lea Sophie Tatsch am 10. Jun. 2014