Hildesheim - Bericht Nr. Eins

Hildesheim - Bericht Nr. Eins

Hildesheim - Bericht Nr. Eins

Zu unserer Studies Weelkly Rubrik ist nun auch eine Vertreterin aus Hildesheim zu uns gestoßen. Lea Tatsch studiert Kulturwissenschaften und Ästhetische Praxis. Sie berichtet nun auch regelmäßig für TOP über ihr Studium.

Mein Studium in Hildesheim.

Nun ich bin hier wirklich erst... oder schon... oder doch erst (?) seit 5 Wochen. Die Zeit habe ich echt etwas aus den Augen verloren. Deshalb konnte ich auch leider erst jetzt den Blog zu schreiben, da so viel um mich herum war. Ich musste alles erst mal sortieren und mir einen Überblick verschaffen, um darüber schreiben zu können. Jetzt habe ich es aber geschafft endlich mal anzufangen.
So also, dann erst mal allgemein ein paar Zeilen zu meinem Studium: Mein Studium umfasst das Hauptfach Theater, Nebenfach Musik, so wie einen Interdisziplinären Bereich, bestehend aus Kulturwissenschaften und Veranstaltungen aus den anderen Künsten, die hier studiert werden können (Medien, Literatur, Kunst), und zuletzt der Bereich Kulturpolitik (Kulturmanagement, Kulturvermittlung).
Mein Studium ist hauptsächlich ein Kulturwissenschaftliches, d.h. es wird großen Wert auf die Wissenschaften gelegt, darunter in meinem Fall Theaterwissenschaften und Musikwissenschaften. Praxis erhalten wir in Übungen, bzw. als Anteil eines Seminars, wobei meine Praxis-Übungen im ersten Semester noch etwas knapp sind.

Und wie ist Hildesheim so? Nun...Es ist ein nettes Städtchen, das, wie ich finde, durch die Studenten ihren Reiz bekommt, da hier viel von den Studenten produziert und aufgeführt wird. Somit ist eigentlich jeden Abend etwas geboten. Dabei trifft man häufig seine Kommilitonen der Fachschaft, die „KuWis“, und egal wohin man geht, irgendjemanden kennt man immer. Man lernt sich dadurch in der Fachschaft sehr schnell kennen und gelegentlich trifft man auch den ein oder anderen Studenten einer anderen Fachschaft. Viele Veranstaltungen für seine Freizeit findet man auch in der Kulturfabrik, eine soziokulturelle Einrichtung, in der sehr viele Veranstaltungen stattfinden und man dort eigentlich jeden Tag hin könnte (von der Disko über Konzerte, dem Bingoabend, Veganer-Brunch oder Lindy Hop tanzen). Auch das Theaterhaus ist super und im Wohnzimmer lässt sich jeder Abend gemütlich mit seinen Kommilitonen bei einem Bier ausklingen.

Wie habe ich die ersten Wochen so erlebt? Die erste Woche war natürlich geprägt von vielen Informationsveranstaltungen und der Frist, seinen Stundenplan zu erstellen. Das war gar nicht so einfach mit dem Stundenplan. Ein großer Pluspunkt des Studiengangs ist, dass wir unseren Stundenplan komplett selber machen und es eine große Wahlmöglichkeit hinsichtlich der Veranstaltungen gab, was es aber nicht unbedingt einfacher gemacht hat, ihn als Erstsemester zu erstellen. Dafür hatten wir super Erstsemestertutoren an unserer Seite, die wirklich extrem geduldig waren und jede noch so „blöde“ Frage beantwortet haben.

Problem der ersten Woche war auch, dass ich mir erst mal eine „nordische Erkältung“ geholt hatte. Den Wind wie hier, war ich aus Stuttgart nicht so gewöhnt. Naja, durch die Erkältung hatte ich auch viele Erstsemesterveranstaltungen verpasst, was mir aber nicht sonderlich zu Schaden kam. Als die Krankheit besiegt war, ging es dann auch schon in die zweite Woche.

Ehrlich gesagt kann ich mich gar nicht mehr genau daran erinnern, was ich so die zweite Woche getan habe. Es kommt mir so vor als wäre ich schon viel länger hier und trotzdem bin ich immer noch nicht ganz hier angekommen. Ich weiß nur noch, dass es total anstrengend, aber auch spannend war in die ersten Seminare und Vorlesungen zu gehen und mal zu schauen, was einen so erwartet. Mir erging es relativ gut, ich kam in so ziemlich alle Veranstaltungen hinein, in die ich wollte. Häufiger passierte es, dass die Übungen sehr voll waren und es dadurch immer etwas schwierig ist in diese hineinzukommen. In meiner Übung befassen wir uns mit Märchen und werden dazu am Ende bei der Werkschau etwas aufführen.

Was ich hier sehr spannend finde, ist die Abteilung Kulturpolitik und Kulturmanagement. Obwohl ich nie ein Fan von BWL -allgemein von Wirtschaft - war, habe ich ein Seminar zu den Grundlagen für BWL in der Kultur gewählt. In diesem machen wir ein Planspiel, in dem wir in Kleingruppen ein eigenes fiktives Kultur-Projekt durchplanen und uns also um Marketing und das Management kümmern müssen. Es ist zwar viel Arbeit, aber ich nehme auch genauso viel mit aus diesem Seminar. So vergehen meine Wochen mit den Veranstaltungen Märchen, BWL für Kulturschaffende, Arbeitsfelder der Theaterwissenschaft, Einführung in die Populäre Kultur, Soulfood&Smörrebröd (dazu erzähl ich nächstes Mal etwas), Einführung in die Kulturpolitik, Einführung in die Aufführungsanalyse, Harmonielehre, Einführung in die Grundlagen der Theaterpädagogik. So im Ganzen kann ich sagen, dass ich mich hier, obwohl es bald Weihnachten ist, immer noch total neu fühle und mich noch an das „wieder zuhören und aufschreiben“ gewöhnen muss. Durch mein praktisches Jahr, habe ich mein Sitzfleisch etwas verloren und die wissenschaftlichen Texte sind noch etwas wie ein Urwald für mich. Mal sehen was die kommende Woche so bringt. In meinem nächsten Eintrag werde ich versuchen noch einige Erzähllücken zu schließen.

So long, Lea

verfasst von Lea Sophie Tatsch am 29. Nov. 2013