Lingen - Bericht Kristina KW 45/46

Lingen - Bericht Kristina KW 45/46

Lingen - Bericht Kristina KW 45/46

Nach einem verlängerten Wochenende zu Hause starte ich mit neuer Energie und Motivation in die Woche. Zum ersten Mal fühlt sich nach Lingen kommen wie nach Hause kommen an. Ein sehr schönes Gefühl und gleichzeitig ungewohnt.

Wir haben diese Woche zum ersten Mal das Modul „wissenschaftliches Arbeiten“ was sich für mich als große Bereicherung herausstellt. Allerdings haben wir dieses Modul nur an vier Tagen in diesem Semester, was mir eindeutig zu wenig ist.
Zwar schreiben wir nicht viele Hausarbeiten in unserem Studium, trotzdem finde ich den Umgang mit wissenschaftlichen Texten sehr wichtig. Denn im Verlauf des Unterrichts wird mir nochmal deutlich, wie sehr gerade wir zukünftigen Theaterpädagogen die Fähigkeit brauchen, unsere ja überwiegend praktische Arbeit begründen und fundieren zu können. Nicht nur für uns selbst, sondern auch für „die Öffentlichkeit“. Insbesondere wenn es um die Akquirierung von Geldern für Projekte geht, wird uns dieses Thema sicher noch öfter begegnen.

Beim Impulstraining bin ich diese Woche Mutter*. Ich gehe mit gemischten Gefühlen aus dem Training. Einerseits bin ich froh, es endlich auch erlebt zu haben und mich danach zumindest nicht schlecht zu fühlen. Andererseits fühle ich mich so neutral. Als wären da gerade keine Emotionen in mir. Ich hoffe, dass ich das was ich erlebt habe, bald besser in Worte fassen kann. Das von der Musik bewegen lassen bereitet mir sehr viel Freude, da ich den Freiraum habe, alles aus mir herausfließen zu lassen, ohne nach zu denken. Schade, dass schon bald der letzte Termin ist!

Am Wochenende findet ein Theatertreffen in Hildesheim statt, zu dem alle TheaterpädagogikstudentInnen aus Lingen, Hildesheim und Ottersberg eingeladen sind. Eigentlich möchte ich unbedingt dort hin fahren. Allerdings finden das Wochenende danach die Regieprojekte der 5. Semester statt, wofür wir die Premierenparty organisieren. Daher entscheide ich mich für ein ruhiges Wochenende an dem ich mal Ordnung in meine Unterlagen und mein Zimmer bringen kann.

Montags freue ich mich dann auf den Gesangsunterricht. Da ich schon immer gern gesungen hab, ist es für mich immer ein besonderes Highlight der Woche. Wir studieren in Gruppen Songs von den Wise Guys ein, die wir anschließend allen Anderen präsentieren.
In meiner Gruppe stellen sich zunächst ein paar Schwierigkeiten, da wir nicht so recht wissen, wo wir während der selbstständigen Probe anfangen sollen. Wir versuchen dann aber einfach unser Bestes und werden von unserem Dozenten anschließend nochmal in eine geordnetere Form gebracht.
Es macht so viel Spaß, dass ich sogar als Kölner Karnevalsfan vergesse, dass 11.11. ist und gerade alle Freunde von mir bei Kölsch und Musik den Tag genießen.

Abends gehe ich mit ein paar lieben Menschen aus meinem Semester zum „Musiker-Stammtisch“ im Koschinski, der Kneipe um die Ecke.
Hier treffen sich Musiker und Interessierte aller Altersstufen und verschiedene Bands geben ihre Musik zum Besten – von Rock/Pop bis Soul und Funk ist alles dabei.
Ich bin total hin und weg von der guten, abwechslungsreichen Musik und der netten Stimmung. Also beschließe ich, dass ich unbedingt ein Musikprojekt starten muss, damit ich beim nächsten Mal mit von der Partie bin.
Das setze ich auch ein paar Tage später mit ein paar Mitstudenten aus allen drei Semestern des Instituts in die Tat um.

Den Rest der Woche verbringe ich hauptsächlich mit Vorbereitungen für die Regieprojekte. Mit einigen Anderen arbeite ich an einem zum Thema „(K)ein Ort (N)irgendwo“ passenden aktuellen Projekt, auf das wir bei den Regietagen aufmerksam machen wollen. Es geht um den Taifun auf den Philippinen und die daraus resultierenden Konsequenzen.
Mit einer interaktiven Ausstellung versuchen wir, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie es sich anfühlt, kein Zuhause mehr zu haben (Keinen Ort Nirgendwo).

Dann ist endlich Freitag und ich bin schon ganz gespannt, ob alles so funktionieren wird, wie wir es geplant haben. Glücklicherweise verläuft die Premierenparty der Regieprojekte reibungslos und alle sind sehr zufrieden mit unserer Umsetzung.

An den beiden nächsten Tagen schaffe ich es dann auch endlich, mir die Szenen selbst anzuschauen und bin sehr beeindruckt. Gleichzeitig kommt mir der Gedanke, dass ich in 2 Jahren etwas ähnliches auf die Beine stellen muss – aber bis dahin ist ja noch Zeit.

Sonntagabend bin ich sehr ermüdet vom ganzen Vorbereitungsstress, aber zufrieden, dass wir unseren Beitrag dazu leisten konnten, die Arbeit der 5. Semester zu erleichtern.

 

 

*Anm. v. d. Red.: Muttersein bedeutet beim Impulstraining, dass der gesamte Kurs dir folgen muss und deine Bewegungen mitmachen soll. Dabei ist es wichtig, dass die Mutter sich möglichst instinktiv bewegt und sich keine Bewegungsabfolgen im Vorfeld ausdenkt.

verfasst von Kristina Hrubesch am 27. Nov. 2013