Lingen - Nina Nitzsche stellt sich vor

Lingen - Nina Nitzsche stellt sich vor

Lingen - Nina Nitzsche stellt sich vor

Die Lingener Studentin schreibt regelmäßig über ihr Studium. Hier könnt ihr noch mehr über sie efahren....

5 Fakten über dich?
Ich bin Nina, 23 Jahre alt und komme aus Berlin. Ich singe gerne und nutze das Schreiben als Ventil, um Dinge wahrzunehmen, mir bewusst zu machen und zu verarbeiten.

Wo lebst du gerade und warum?
Zur Zeit wohne ich noch in Münster, da ich es zeit- und geldtechnisch nicht geschafft habe, vor Beginn des Studiums nach Lingen zu fahren, um mich für WG-Zimmer zu bewerben. Ab November habe ich dann ein Zimmer in einem Haus in Lingen. In Münster wohne ich in der WG von Paul, Lukas und Leonie, zusammen mit drei anderen wundervollen Menschen. Ich weiß jetzt schon, dass ich die fünf echt vermissen werde.

Theaterpädagogik- in 10 Worten:
- spielend
- frei
- Entwicklung
- Reflexion
- Körper
- Bewegung
- Möglichkeiten schaffen
- Kinder
- Lachen
- Erleben

Das besondere an meinem Studiengang ist, dass....
...er für mich genau richtig ist. Im ersten Semester geht es viel um die Wahrnehmung und Entwicklung des eigenen Selbst. Dies ist vor allem möglich, da wir nur so wenige Studenten sind, die für den Theaterpädagogik-Studiengang zugelassen werden. Die dadurch entstehende familiäre Stimmung gefällt mir sehr, ich fühle mich wahrgenommen und auf gewisse Art zu Hause. Auch, dass wir unsere Dozenten duzen können und sie darüber hinaus wahres Interesse an unseren Meinungen und Ideen haben, ist für mich wichtig, um sich wohl zu fühlen. Da Theater schon seit Kindheit an zu meinen Leidenschaften zählte und ich die Arbeit mit Kindern liebe, habe ich das Gefühl, genau am richtigen Ort zu sein.

Dieses Ereignis hat mich dazu bewegt, mich für dieses Studiengang zu entscheiden:
Lange Zeit wollte ich nicht studieren. Ich glaube, das war meine Art im kleinen gegen unser westliches System zu rebellieren. Meine Wunsch war es, durch die Welt zu reisen, auf Farmen und in Heimeinrichtungen für „Kost und Logis“ zu arbeiten. Ein Handwerk zu erlernen, was mich auf meiner Reise begleiten sollte, erschien mir naheliegend. Doch mein Drang, alles zurückzulassen und wegzukommen war stärker und so beschloss ich, meinen „ohne Geld durch Welt“-Traum in die Tat umzusetzen. Kurz vor Reisebeginn hatte ich einen schwerwiegenden Unfall, war ein Jahr lang krankgeschrieben und konnte alles noch mal überdenken. Eine Freundin machte mich auf den Studiengang ,,Theaterpädagogik“ aufmerksam und ich begann zu recherchieren. Alles, was ich über den Studiengang erfuhr, gefiel mir und ich konnte mich und meine Weltvorstellungen in den Studienzielen wiederfinden und mit meinen Zukunftsplänen vereinen.

Die Aufnahmeprüfung habe ich so erlebt:
Ich hatte mich bereits in Ottersberg für das Theaterpädagogik-Studium beworben, trotz des Wissens, dass ich es mir eigentlich nicht würde leisten können dort zu studieren. Da ich somit bereits einen „Vorsprech-Durchlauf“ durchlebt hatte, war meine Aufregung zum Glück nicht mehr allzu groß. Es war wunderschön am Morgen des Vorsprechens so herzlich in Empfang genommen zu werden - sowohl von den bereits Studierenden als auch von den Dozenten. Die Übungen machten mir Spaß und ich hatte das Gefühl, einfach ich selbst sein zu können. Die Atmosphäre war den Umständen entsprechend entspannt, die Menschen um mich schön und gerne wäre ich noch ein wenig dageblieben. Danach blieb das Gefühl zurück, eine wirklich schöne Erfahrung gemacht zu haben, ganz gleich, ob nun aufgenommen (was mir bei 100 Bewerbern eher unwahrscheinlich schien) oder nicht. Gleichzeitig verspürte ich aber auch eine leichte Melancholie; wäre ich nicht aufgenommen, würde ich so etwas wohl vorerst nicht mehr erleben...
Da ich an dem Abend des Vorsprechtages nicht mehr nach Berlin zurückkam, habe ich mit zwei weiteren Bewerberinnen und ein paar Leuten aus dem damaligen 2. Semester an einem See in Lingen geschlafen. Das war unglaublich schön und ein wunderbarer Ausklang.

 

verfasst von Nina Nitzsche am 20. Oct. 2013