Ottersberg - Bericht III

Ottersberg - Bericht III

Ottersberg - Bericht III

Der erste Muskelkater ist da. Schuld daran ist Akrobatik.

In Akrobatik haben wir die ersten Tricks gelernt. Der letzte Trick der Stunde hat etwas Überwindung gekostet aber dennoch viel Spaß gemacht und wohl bei uns allen ein wenig das Selbstvertrauen, auf jeden Fall jedoch das Vertrauen in unsere Kommilitonen, gestärkt.

In Schauspiel arbeiten wir mit kleinen selbst geschriebenen Dialogen. Was dabei in kurzer Zeit raus kommt überrascht mich. Es zieht mich mit, zieht mich in den Bann.

Mit dem Fach zeitgenössisches Theater gehen wir bald in selbiges und kriegen, neben Pflichtlektüre, die Aufgabe bis zum nächsten Mal zu definieren was für uns persönlich zeitgenössisches Theater ist.

In Stimmbildung/ Sprecherziehung trainieren wir weiterhin das Hören. Wer Stimmen nicht richtig wahrnehmen kann, kann auch nicht richtig mit ihnen arbeiten, meint unser Dozent. Klingt vernünftig. Das Fach ist, bis jetzt, das bei dem ich am meisten über mich erfahre, weil ich ganz viel über meine Art Dinge wahrzunehmen lerne. Aber es ist auch sehr anstrengend. Jedes Mal entsteht zwischendurch eine Unruhe im Raum die die Konzentration zerstört. Eine Kommilitonin spricht an, dass die Unruhe stört und eine kurze Diskussion entsteht. Mal sehen ob sich das nun bessert...

In Rhythmus wird bei einer Übung bei uns allen das Kindergartenkind wieder wach. Die Übung ist aufgebaut wie die Klatschspiele die man damals gespielt hat. Interessant ist das es heute viel schwerer fällt als damals weil man so erpicht darauf ist alles richtig zu machen.

Dann haben wir Performative Ästhetik/ Künstlerische Forschung. Wir werden in sechs Gruppen aufgeteilt und bekommen zwanzig Minuten Zeit uns eine Performance auszudenken. Die Dozenten holen in der Zwischenzeit Gäste die sich die Hochschule anschauen wollen und keine Ahnung haben was gleich passiert. In der Begeisterung werden aus sechs Performance acht. Nächste Woche werden wir das gemeinsam reflektieren. Die Meinung der Gäste ist etwas zwiegespalten aber, soweit ich das mitbekommen habe, fanden es die Meisten gut.

Maskenarbeit. Ein Fach, das uns wohl spalten wird. Ich persönlich bin ein Fan dieses Faches. Masken und die Möglichkeiten die sie uns geben, etwas über uns selbst zu lernen, sind spannend. Aber auch die besondere Freiheit die sie uns geben, mag ich. Einige können mit Masken jedoch gar nichts anfangen. Es löst bei ihnen nichts aus, sagen sie. Ob das so ist weil sie sich innerlich blockieren/ blockiert sind oder weil es tatsächlich nichts mit ihnen macht? Mal sehen.

In Kulturgeschichte/ Kunstsoziologie setzen wir uns mit der Gründung von Großstädten auseinander, dem Unterschied zwischen Land, Kleinstadt und Großstadt. Wir machen das weil wir herausfinden wollen unter welchen Umständen Künstlergruppen und -kollektive entstehen.

 

Eine ganz wichtige Sache habe ich diese Woche über die HKS im allgemeinen gelernt. Hier ist man selbst verantwortlich für das was man lernt. Klar man hat Pflichtfächer und so weiter aber die Dozenten wollen alle, dass man ein selbstständiger Mensch wird, der sich alles was er braucht selbst erarbeiten kann. Daraus resultiert eine große Verantwortung für einen selbst aber auch eine große Freiheit.

verfasst von Charlotte Werner am 27. Oct. 2013