Ottersberg - Bericht IX

Ottersberg - Bericht IX

Ottersberg - Bericht IX

In Erzählen und Mitteilen waren wir jetzt an allen Orten. Danach gab es eine Feedbackrunde. Was an der Arbeit hat uns gefallen? Was ist, unserer Meinung nach, auch organisatorisch, schief gelaufen? Was gut? Das ist etwas was ich meiner Hochschule, bzw. vielen meiner Dozenten, hoch anrechne: Sie geben nach jedem Unterrichtblock, Projekt etc. die Möglichkeit Feedback zu geben und können Kritik auch annehmen. Positives und Negatives wird genannt. Dabei wird natürlich auch über die Ergebnisse selbst gesprochen.
Eine Kommilitonin merkt an, dass die Arbeit gezeigt hat was für eine homogene Gruppe wir bereits geworden sind und das eine Art des Vertrauen zwischen uns herrscht; da hat sie recht.
Viele haben uns an unglaublich persönliche Orte geführt und dabei auch Geschichten aus ihrer Kindheit erzählt.

Wir reflektieren auch noch einmal was wir alles gelernt haben, dass es verschiedene Arten des Erzählens gibt, verschiedene Arten die Zuhörer mitzunehmen, wie viel Pausen ausmachen und und und.
Ich bin gespannt was wir in Erzählen und Mitteilen ab nächste Woche machen, jetzt wo wir mit den Orten fertig sind.

Meine Erzählen und Mitteilen Kleingruppe kommt schlecht voran. Die Grippewelle hat zugeschlagen. Jetzt haben wir nur noch eine Woche um ein Konzept gefunden und Texte festgelegt zu haben.

Wir arbeiten weiter an unserer Stimme. Wo überall in unserem Körper kann die Stimme sitzen? Wie öffne ich meine Stimme? Wie fülle ich einen Raum, ohne meine Stimme stark zu belasten? Auf welche verschiedenen Arten kann ich sie benutzen/ einsetzen? Diesen Fragen gehen wir mit Übungen nach.

In Körper.Raum.Klang erforschen wir, wo Fremdklänge in unserem Körper schwingen und versuchen das in Bewegung umzusetzen. Mit Fremdklängen meine ich alles worauf ich Geräusche machen kann, außer meinem Körper: Plastiktüten, Maultrommeln, Dosen, Backbleche usw. usf.

Wir entwickeln kleine Gruppenchoreographien. In achter Gruppen entscheiden wir uns für ein bis drei „Instrumente“, die wir in Bewegung umsetzen und zu einer Choreographie zusammenfügen.
Außerdem entscheiden wir uns ob wir während der Choreographie unsere Instrumente klingen lassen wollen oder nicht. Und wenn ja ob zeitgleich zur Bewegung oder vorher oder hinterher oder...was uns halt einfällt.
Es entstehen drei völlig unterschiedliche Choreographien. Eine sehr bodenlastige, irgendwie weiche, eine die sehr stark eine Geschichte erzählt und eine die Bewegung und Ton variiert. Gemeinsam Besprechen wir das Entstandene. Erst erzählt die Gruppe wie sie gearbeitet haben, dann geben die anderen Feedback und Vorschläge wie man daran weiter arbeiten könnte.

Überhaupt, Feedback ist momentan, wahrscheinlich auch in Zukunft, etwas das hier ganz viel gemacht wird. Wir geben uns im Feedback geben und im Zuhören, beides wichtig für unsere spätere Arbeit. Wir geben unseren Kommilitonen Feedback und unseren Dozenten und bekommen Feedback auf unser Feedback. Wie gibt man eigentlich Feedback? Wir lernen es beim Feedback geben.
Wenn das so weiter geht werde ich demnächst Menschen die mir in der Bahn gegenüber sitzen Feedback auf ihr Sitzen geben. Na ja, wenn ich das auch im Schlaf gut kann ist das vielleicht gar nicht schlecht.

In Akrobatik treffe ich auf ein Problem. Vor ein paar Wochen habe ich mir in Akrobatik echt weh getan. Seitdem tue ich mir in jeder Akrobatikstunde weh. Nie doll, aber gerade so das es nervt. Ich ziehe da eine Verbindung und gehe am Ende der Stunde zu unserem Dozenten. Der ist erschrocken, er hatte nicht mitbekommen wie sich das bei mir manifestiert hat. Er verspricht mir, dass ich, in der nächsten Stunde, zunächst einmal alle Tricks mit ihm ausprobiere und dann mit ihm als Hilfestellung, damit ich meine Sicherheit wieder bekomme. Das finde ich gut, denn Akrobatik, ist an und für sich, super. Lauter kleine Erfolgserlebnisse = gute Laune.

Alles in allem dürfte nächste Woche also spannend werden. Jetzt freue ich mich aber erstmal auf das Wochenende. Am Samstag ist doch tatsächlich mal die Ersties­Party. Motto: Unpassende Party. Also, auf ins Wochenende!

verfasst von Charlotte Werner am 25. Jan. 2014