Ottersberg - Bericht XIV

Ottersberg - Bericht XIV

Ottersberg - Bericht XIV

Diese Woche haben wir eine Performance in Worpswede gemacht und die letzten Vorbereitungen für die Präsentation unserer Halbmaskenarbeit getroffen, zudem hatten wir ein letztes Mal in diesem Semester Theatergeschichte.

Zunächst zur Performance ins Worpswede und wie es dazu kam:

Im nächsten Semester starten wir mit Ensembleprojekten. Wir können wählen zwischen Tanz, Performance und Gesang. In 12 Wochen haben wir dann das jeweilige Fach intensiv. Da wir bereits Tanz und Gesang hatten aber noch keine Performance, wollte der Dozent für das Performanceprojekt uns einen Einblick in die Performancearbeit geben. So hatten wir einige Stunden bei ihm in denen wir ein paar wenige Grundelemente von Performance kennengelernt haben. Da wir uns aber nicht so richtig vorstellen konnten, wie das etwas bewirkt wenn wir das auf der Straße machen, beschloss er eine Performance mit uns auf der Straße zu machen.
Zu diesem Zeitpunkt klinkte sich eine Masterstudentin ein, die gerade viel in Worpswede arbeitet. Da sie in den letzten Wochen schon ein paar Performances dort gemacht hatte, die Menschen dort also derartige Interventionen schon kannten, und sie noch etwas mehr Aufmerksamkeit für die Eröffnung eines Ladens dort brauchte, fragte sie uns ob wir nicht Lust hätten die Performance in Worpswede zu machen.
So kam es, das wir am Donnerstag gemeinsam nach Worpswede fuhren und in zwei Gruppen eine 40minütige Stand-by-Performance durchführten. Eine Stand-by-Performance bedeutet: Aus der Gruppe kommt ein Impuls, entweder ein gemeinsamer oder von einer Person, um sich irgendwie zu positionieren. So verharrt man dann ca. eine Minute, geht ein Stück weiter und positioniert sich woanders neu. Zum Teil war das sehr spannend, z.B. als wir uns vor einem Passanten auf die Knie warfen, oder als wir eine Menschenkette über die Hälfte der Straße bildeten. Bei der Menschenkette hielt vor uns ein Mercedes und fuhr dann nochmal ein Stück näher an uns heran um zu schauen wie wir reagieren. Es hat Spaß gemacht aber meine Disziplin werden dies Art von Performances nicht.

Mit dem Theatergeschichtskurs waren wir letzte Woche in Oldenburg, in "Cosi fan Tutte" von Mozart. Leider konnte ich aufgrund eines Virus nicht mit. Zur Nachbesprechung zu gehen war trotzdem gut. Unser Dozent begann die Besprechung nämlich nicht klassisch mit, was hat euch gefallen, was nicht und warum? Oder mit einem Analysemodell, sondern mit der Frage: Warum studiert ihr hier und wo wollt ihr damit hin?
Mit den Informationen begann er dann uns zu erzählen, wer von uns bei einem Theaterbesuch worauf achten sollte, was für sein späteres Berufsfeld von besonderem Interesse ist, am Beispiel von "Cosi fan Tutte". Und stellte uns vor Fragen wie: Was kann jemand der in die Theatertherapie gehen will aus einem Stück wie "Cosi fan Tutte" ziehen? Und sprach von Modellen die man im Theater sehen kann. Wie einem der Theaterbesuch in der Realität etwas bringt und wie man aus der Realität Momente zieht, die für die Theaterarbeit hilfreich sein können. Eine spannende Stunde. Ich werde ihn im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder wählen.

Bei Maskenarbeit sind wir gemeinsam in eine Krise gerutscht und waren ein paar Tage der Meinung, dass wir bis zur Präsentation nie etwas auf die Reihe kriegen werden. Wir haben verschiedene Settings ausprobiert für die Improvisation mit den Halbmasken, aber nichts wurde so wie es sollte. Als das Ende unserer Kraft und unserer Nerven absehbar war, kam unser Dozent mit einer neuen Idee für ein Setting. Wir probierten es aus, und siehe da, es funktionierte. Jede Figur hatte seinen ganz persönlichen Moment und kam heraus. Nun werden wir bei der Präsentation am Montag einen allerersten Elternabend, den der noch vor der Einschulung der Kinder stattfindet, in einer Waldorfschule improvisieren. Darauf freuen wir uns nun alle.

verfasst von Charlotte Werner am 16. Jul. 2014