Theaterpädagogik in Stuttgart

Theaterpädagogik in Stuttgart

Theaterpädagogik in Stuttgart

Seit September des vergangenen Jahres bin ich nun als Theaterpädagogin am Jungen Ensemble Stuttgart tätig. Das theaterpädagogische Angebot am JES ist sehr vielfältig. Jedoch fand ich es wichtig, auch mal nach links und rechts zu schauen, was es sonst noch so in Stuttgart an TP-Angeboten gibt.

Als Zugezogene ahne ich, nur einen Bruchteil des tatsächlichen Angebots hier auflisten zu können.
Deswegen vorab der Aufruf: Ergänzt bitte diesen Artikel durch die Kommentarfunktion!

Also wollen wir mal anfangen. Ich mache es mir leicht und beginne bei meiner eigenen Arbeitsstelle: dem Jungen Ensemble Stuttgart, kurz JES. (http://www.jes-stuttgart.de)

Beim JES handelt es sich um ein Kinder- und Jugendtheater, welches von der Stadt und vom Land gefördert wird. Es wurde 2004 eröffnet und ist im Kulturareal unterm Turm zu finden. Das JES beschreibt, ihre erfolgreiche Arbeit basiere auf drei Säulen: Dem Ensemble, der Internationalität und der Theaterpädagogik.
Pro Spielzeit werden fünf bis sechs Neuproduktionen mit einem professionellen Schauspiel-Ensemble produziert. Damit kann das JES ein recht großes Repertoire an Inszenierungen für Kinder und Jugendliche bieten.
Alle zwei Jahre steht das JES , durch die Ausrichtung des Festivals „Schöne Aussicht“ im Mittelpunkt des internationalen Kinder- und Jugendtheaters.
Und des Weiteren gibt es ein weit gefächertes theaterpädagogisches Angebot. Die fünf aktuell festangestellten Theaterpädagogen Peter Galka, Waltraud Dombrink-Goldstein, Frederic Lilje, Tobias Metz und ich, Julia Zimmermann, bieten Spielclubs für alle Altersgruppen an. Senioren, Erwachsene, Jugendliche und Kinder bekommen hier die Gelegenheit im JES an Theaterprojekten teilzunehmen und diese auch auf der Studio-Bühne zu präsentieren.
Doch auch außerhalb der eigenen Räumlichkeiten sind die Theaterpädagogen aktiv. So gibt es seit dieser Spielzeit ein Forschungsprojekt an Grundschulen: Drei Theaterpädagogen arbeiten an verschiedenen Schulen, um zu untersuchen, wie man Theater ideal in einen Ganztagsbetrieb integrieren kann. Des Weiteren ist, durch die finanzielle Unterstützung des Jugendamtes in Stuttgart, ein Kita-Projekt zu Sprachförderung von Kindern mit Migrationshintergrund sehr erfolgreich (Bericht über ein Kita-Projekt findet ihr hier).

Und auch das Staatstheater in Stuttgart hat natürlich ein theaterpädagogisches Angebot: den Jugendclub des Staatstheaters. Geleitet wird dieser aktuell von Daniela Urban und Jan Krauter. (http://www.schauspiel-stuttgart.de/jung/schauspiel-jung/jugendclub/)
Richten tut sich dieser Club an Jugendliche zwischen 14 und 25 Jahren. In wöchentlichen Treffen arbeiten sie zu einem vorgegebenen Thema. Unter Einbezug eigener Texte entwickeln sie ein gemeinsames Stück, welches auf der Bühne des Staatstheaters aufgeführt wird.

Die Schauspielbühnen, das sind: das Alte Schauspielhaus, die Komödie im Marquardt, das International Theatre Stuttgart, das Theater über den Wolken, das Theater unterm Dach und das Theater U18. (http://www.schauspielbuehnen.de/schauspielbuehnen-in-stuttgart/kinder-und-jugend/theater-u18-theaterpaedagogik.html#jump)
Und das Theater U18 bietet das Programm, welches sich an Menschen unter 18 Jahren richtet. Außerdem gibt es in jeder Spielzeit sogenannte Partnerschulen. Die Partnerschaft besteht daraus, dass die Theaterpädagogin Elsa Hanewinkel in eine Schule kommt und sich einer Theater-AG oder einer Schulklasse annimmt. Mit der Gruppe arbeitet sie dann intensiv an einem Theaterstück und unterstützt auch in Fragen Theater-Technik, Maske und Kostüm.
Neben diesem Angebot haben Schulklassen auch die Möglichkeit Paten zu werden. Sie haben dann die Möglichkeit, den Prozess einer Produktion begleiten zu können.

Ein weiteres nennenswertes theaterpädagogisches Angebot bietet der Stuttgarter Verein zur Förderung seelisch Kranker und seelisch Behinderter.
Die Theatergruppe des Vereins stellt nicht die Krankheit und den therapeutischen Zweck in den Vordergrund ihrer Arbeit, sondern setzt sich zum Ziel, gutes Theater zu spielen. Therapie, finde oft unbeabsichtigt statt, nämlich dort, „wo Menschen mit dem ihnen zu Verfügung stehenden Wohlwollen aufeinander zugehen und sich jeder nach seinen Fähigkeiten und Talenten für den anderen einsetzt, ohne an Erfolg zu denken.“ (http://www.stuttgarter-verein.de/theater.html). Die Gruppe trifft sich wöchentlich in der Hofschaumbühne. Dort entwickeln sie selbst ihre eigenen Stücke. Mitmachen darf jeder. Ansprechpartner ist Rudolf Straub.


Im Hospiz Stuttgart wird ebenfalls ein interessantes Angebot mit dem Namen „Freiräume Spielräume Lebensräume“ gestellt. Dabei handelt es sich um ein theaterpädagogische Angebot für trauernde Jugendliche und junge Erwachsene. In diesem Projekt haben „Jugendliche ab 15 Jahren die Möglichkeit, ihrer Situation und ihren Gefühlen Ausdruck zu geben und auf diese Weise auch wieder an ihre Kraftquellen zu kommen.“ (http://www.hospiz-stuttgart.de/kinderhospiz/trauerbegleitung-2.html) Geleitet wird dieses Projekt von Theaterpädagogen Klaus Möller und von Michaela Müller, der Leiterin des Kinder- und Jugendhospiz.

Und damit komme ich auch schon zum Schluss meines kleinen Stuttgart-Rundgangs. Meine Recherchen zeigen ein vielfältiges, jedoch bestimmt noch nicht vollständiges Bild über die theaterpädagogische Arbeit in Stuttgart.

Wer etwas über theaterpädagogische Clubs und Einrichtungen weiß, welche hier noch nicht genannt wurden, nutze bitte die Kommentarfunktion zur Ergänzung. Ich bin sehr gespannt, was es hier im Schwabenland noch alles gibt, von dem ich gar nicht ahne, dass es das gibt.




verfasst von Julika Tulipa am 09. May. 2013