Theaterpädagogik in Potsdam

Theaterpädagogik in Potsdam

Theaterpädagogik in Potsdam

Dies ist der Versuch einen Abriss über die theaterpädagogische Landschaft Potsdams zu schreiben. Obgleich ich in der brandenburgischen Landeshauptstadt geboren und aufgewachsen bin und somit die ein oder andere Einrichtung genauer kenne, werde ich dem tatsächlichen theaterpädagogischen Angebot mit einem kleinen Artikel gewiss nicht gerecht werden. Deswegen der Aufruf an alle Potsdam-Kenner: Bitte ergänzt via Kommentar-Funktion, was in diesem Artikel nicht genannt wird, aber unbedingt erwähnenswert ist.

Während meiner Schulzeit war ich große Theaterpädagogik-Konsumentin.

Als Kind war ich Fan von der Gruppe Pampelmuse, die Musiktheater für Kinder machten. Die hatten tolle Lieder, tolle Geschichten und wir Kinder konnten wie irre mitmachen. Und sieh an: Pampelmuse gibt es tatsächlich noch immer (http://www.pampelmuse.info/). Das Team hat sich erweitert und sie scheinen Kinder und Eltern noch immer begeistern zu können.

Selbst Theaterspielen wollte ich natürlich auch. So trat ich als Jugendliche einer Jugendtheatergruppe im T-Werk bei.

Das T-Werk (http://t-werk.de) hat seine eigene Spielstätte seit 2004 auf der Schiffbauergasse. Das Programmangebot ist vielfältig – Lesungen, Konzerte, Masken- und Figurentheater, Musiktheater und Schauspiel kann man im T-Werk sehen. Und auch bezüglich der Zielgruppen ist das Programm weit gefächert. So gibt es Inszenierungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Für jeden soll etwas dabei sein.

Natürlich kann man in diesem kleinen freien Theater auch selbst aktiv werden. Es werden zahlreiche Workshops angeboten in denen Jung und Alt sich theatralisch austoben können. Auch hier ist das Angebot bunt gemischt. Clowns-Kurse als auch Workshops zu Figuren- und Objekttheater werden angeboten. Auch kann man noch immer Jugend- und Kinderklubs beitreten, in denen eigene Inszenierungen erarbeitet und aufgeführt werden. Die Leitung dieser Klubs ist nun jedoch eine andere, als zu der Zeit, in der ich noch spielte. Aktuell werden die Kinder- und Jugendgruppen von der Theaterpädagogin und Schauspielerin Janina Sasse (http://spieltheater-mobil.heidikull.de/ueber-spieltheater/janina-sasse/) geleitet.

Früher jedoch war es die Regisseurin und Theaterpädagogin Yasmina Ouakidi. Diese ist nun andernorts anzutreffen. Mit den Jugendtheatergruppen die spielwütigen und die spielwütigen freaks & friends (einst Scharfe Sterne und Havarie Light) probt sie nun im Treffpunkt Freizeit am Neuen Garten (www.treffpunktfreizeit.de/). Die Stiftung Großes Waisenhaus zu Potsdam hat 2010 die Trägerschaft für dieses Projekt übernommen. Doch das Theater-Angebot vom Treffpunkt Freizeit reicht noch weiter: Neben den Jugendtheatergruppen, haben zum Beispiel auch Eltern dort die Möglichkeit aktiv zu werden. Mit der Elterntheatergruppe Fallobst verfolgt Leiterin Margitta Burghardt das Ziel, dass Eltern und Kinder gemeinschaftlich auf der Bühne spielen. Unter selbiger Leitung gibt es auch für Jugendliche die Möglichkeit sich im Bereich des Musiktheaters auszuprobieren. Auch der Bereich Zirkus wird am Treffpunkt Freizeit abgedeckt. Die Zirkuspädagogen vom Circus Montelino (www.circus-montelino.de) bieten Kurse für Kinder als auch Erwachsene an.

Schaut man noch einmal auf Schiffbauergasse – Potsdams „Erlebnisquartier" (http://www.schiffbauergasse.de/), wo auch das T-Werk zu Hause ist, findet man ebenfalls zwei Einrichtungen, die in diesem Artikel auf jeden Fall genannt werden müssen – um die man nicht drumherum kommt.

Zum einen ist da die fabrik Potsdam – Internationales Zentrum für Tanz und Bewegungskunst (http://www.fabrikpotsdam.de). Vorrangig wird dort ein vielschichtiges Programm im Bereich des Tanzes angeboten – aber nicht ausschließlich. Der Offene Kunstverein (http://www.okev.de/) bietet in den Räumen in der fabrik Potsdam zwei Jugentheatergruppen und eine Kindertheatergruppe an. Geleitet werden die Kurse von Ulrike Schlue.

Theaterpädagogik ist freilich auch im Stadttheater Hans Otto Theater (http://www.hansottotheater.de/) vertreten. Verschiedene Angebote sind vorzufinden. Der Jugendclub des Hans Otto Theaters setzt sich aus vier Kategorien zusammen (http://www.hansottotheater.de/junge-zuschauer/jugendclub-hot/). Im jugendclub 4 wird typischerweise ein eigenes Stück entwickelt und aufgeführt. jugendclub 3 wird als eine Art Experimentierfeld bezeichnet. Altgediente Jugendclubber haben im jugendclub 2 die Möglichkeit sich als Spielleiter auszuprobieren und dem Nachwuchs Workshops in Improvisation, Bewegungstheater oder ähnliches anzubieten. Im jugendclub 1 findet man eine Gruppe, die gemeinschaftlich in Inszenierungen geht und anschleißend das Gesehene auswertet. Neben den Angebot für theaterinteressierte Jugendliche bietet die Theaterpädagogik des Hans Otto Theaters, bestehend aus Manuela Gerlach und Kerstin Kusch, auch unter anderem Workshops für Schulklassen, Vor- und Nachbereitungen sowie Materialmappen zu Inszenierungen des Hauses an.

Zu guter Letzt sei noch Theater Havarie – Zentrum für kreative Integrationsarbeit mit Kindern und Jugendlichen e. V. – genannt (http://www.theaterhavarie.de/). Theater Havarie existiert seit 1994 und beschäftigt sich thematisch mit Alltagsproblemen von Kindern. Bei der aktuellen Produktion „Darüber spricht man nicht" ist ein Theaterpräventionsprojekt für Kinder ab 6 Jahren, indem es um Grenzüberschreitung im sexuellen Bereich unter Kindern geht. Spielstätte ist der Lindenpark (http://www.lindenpark.de/)in Potsdam Babelsberg, doch Theater Haverie kann auch von Horten, Schulen und Kultureinrichtungen gebucht werden.

Während ich diesen Artikel schreibe stelle ich fest, dass die Theaterpädagogik-Szene Potsdams gar nicht so klein ist, wie ich im Vorfeld vermutete. Doch ist sie mit Sicherheit noch größer und freie Theaterpädagogen agieren im Verborgenen. Wer Ergänzungen zu diesem Artikel hat, schreibe einen Kommentar. Ich bin gespannt!

(Bild Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/db/Potsdam_-_Schloss_Sanssouci_mit_Weinberg_2005_2.jpg?uselang=de)

verfasst von Julika Tulipa am 06. Feb. 2013